Die nächsten Termine

02.07.2017 - 02.07.2017 - Lass uns spielen (Teil 1 + 2)
22.07.2017 - 23.07.2017 Ausbildungskurs zum Geländereiter VFD
23.07.2017 - 23.07.2017 23.07.17 - Ein Tag mit dem Hippo-Team
23.07.2017 - 23.07.2017 Ausbildungskurs zum Geländereiter VFD
01.08.2017 - 31.08.2017 - Lass uns spielen (Teil 1 + 2)
02.08.2017 - 31.08.2017 - Lass uns spielen (Teil 1 + 2)
   
30 Jahre VFD-SAAR
Pferdesteuer
Mitglied werden?
Startseite
Ansprechpartner
Ausbildung
Die VFD
Downloads
Jugend-Seiten
Login /-out
Mitgliederinfos
Mitglieder-Portraits
Nachberichte
Nachberichte 2017 Nachberichte 2016 Nachberichte 2015 Nachberichte 2014 Nachberichte 2007 Nachberichte 2008 Nachberichte 2009 Nachberichte 2010 Nachberichte 2011 Nachberichte 2012 Nachberichte 2013
Pinnwand
Recht / Gesetz
Teilnahme-
Termine
Tests und Tipps
Vorwort zu den Tests Praxistests 2017 Praxistests 2016 Praxistests 2015 Praxistests 2014 Praxistests 2012 Praxistests 2011 Praxistests 2008 Praxistests 2007 Akalypte – oder Warum wir mal die Sense schwingen sollten Satteltests Satteldeckentests Rund um den Huf-Hufschuhe Testbericht Bio Kokosöl von Dr.Goerg Regendecken- Regenjacken-Tests Buchtipps Navigationsgerät GARMIN GPSMAP60CSx im Test Tipps rund ums Pferd Wanderreitertipps Wanderreitzubehör der Firma Ortlieb
Tierschutz
Tipps für Veranstalter
VFD-Stafettenritt
Wanderreiten

   

Reiten mit GPS

Details

gps_640x480.jpgDas die meisten Autos heutzutage mit Navigationsgeräten ausgestattet sind ist für uns schon fast eine Selbstverständlichkeit. Beim Wanderreiten allerdings tun sich viele noch ziemlich schwer dieser neuen Technologie zu vertrauen. Dies liegt oft auch daran das viele Outdoor GPS Geräte zwar sehr viele Funktionen haben, daher aber auch etwas komplizierter in der Bedienung sind. Dabei ist die Auswahl an Outdoor GPS Empfängern mittlerweile so groß, das für jede Einsatzmöglichkeit und für jeden Geldbeutel etwas dabei sein müsste.

Doch was bedeutet eigentlich GPS?

Ganz einfach ausgedrückt: Man stelle sich vor das GPS Gerät ist mittels eines imaginären Seils mit dem Ziel verbunden. Man braucht sich also nur an diesem Seil entlangzuhangeln und egal ob Hindernisse im Wege stehen, man ist immer mit dem Ziel „ verbunden „ und verliert dieses nie aus den Augen.

Die Entwicklung von GPS = Global Position System begann bereits 1973 doch erst 1983 konnte das System im begrenzten Umfang für Vermessungszwecke genutzt werden. In den Medien wurde erstmals 1991 im Zusammenhang mit dem Golfkrieg ausführlicher über GPS berichtet. Seid 1993 stand die volle Satellitenkonfiguration von 24 Satelliten zur Verfügung, so das erstmals weltweit rund um die Uhr eine Positionsbestimmung möglich war. Etwa zu dieser Zeit wurden GPS Empfänger für jedermann erschwinglich. Vor allem im Marinebereich setzte ein wahrer Boom ein und heute gibt es kaum mehr ein Schiff ohne GPS Empfänger. Auch in PKW wurden damals die ersten GPS gestützten Navigationsgeräte eingebaut. Die Entwicklung ging im rasanten Tempo weiter, so dass heute 28 aktive Satelliten zur Verfügung stehen. Bis zum 1. Mai 2000 wurde aus militärischen Gründen die mögliche Positionsgenauigkeit künstlich verschlechtert so dass man ständig mit Ungenauigkeiten bis zu 100m rechnen musste diese künstliche Verschlechterung wurde in der Nacht zum 2. Mai dauerhaft abgeschaltet, so das eine Positionsbestimmung von 5- 10m schon mit preiswerten Geräten möglich ist.

reiten_mit_gps_640x480.jpgDie meisten GPS Empfänger sollten so positioniert werden das sie eine „ freie Sicht„ zu den zu empfangenden Satelliten haben. Das Blätterdach eines Mitteleuropäischen Waldes ist für Satelittensignale ebenso durchlässig wie enge Täler z. B. in der Eifel oder im Hunsrück, sogar in den Alpen ist ein Empfang nahezu immer möglich. Geräte neuerer Generation besitzen einen sogn. Sirf STAR III Chip er ermöglicht einen fast ununterbrochenen Empfang selbst wenn das Gerät zeitweise durch die Kleidung verdeckt ist. Mit vollgeladenen Batterieakkus arbeitet das GPS Gerät ca. 15 Stunden. Ersatzakkus sollte man immer dabei haben. Beim Batteriewechsel gehen keine Daten verloren.

Für eine Positionsbestimmung in geografischer Länge, Breite und Höhe muss das GPS Gerät mindestens 4 Satelliten empfangen. Bei durchschnittlich 6-12 empfangenen Satelliten kommt es dann stark auf die Umgebung an in der man sich bewegt. Entsprechend gut oder schlecht fällt die Positionsbestimmung aus.

Die wichtigsten Werte die bei einer GPS Messung bestimmt werden sind zuerst einmal die Position in Länge und Breite sowie Höhe und Geschwindigkeit. Aus diesen Grundgrößen errechnen die Geräte ein breites Spektrum an Informationen. Und hier beginnt die ganze Sache so richtig Spaß zu machen.

Maximalgeschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und zurückgelegte Entfernung sind vor allem für Distanzreiter interessant, geben sie doch Aufschluss über den Trainingszustand des Pferdes. Auch für Wanderreiter sind diese Werte nicht uninteressant da sie Auskunft über die noch zu schaffende Strecke, die geschaffte Tagesleistung oder Sonnenauf- und Untergang geben.

Natürlich kann so ein GPS Empfänger noch sehr viel mehr, hier nur einige Beispiele:

Standortanzeige in Gitter oder geografischen Koordinaten, Höhenanzeige, Kompassdarstellung, Peilungskurs (Marschrichtungszahl ) zum Ziel, Aktueller Kurs, Graphische Richtungsanzeige zum Ziel, Entfernungsberrechnung zum Ziel, Angabe über die tatsächlich zurück gelegte Wegstrecke, Verstrichene Zeit vom Beginn der Tour, Durchschnittsgeschwindigkeit, Höchstgeschwindigkeit, geschätzte Ankunftszeit am Ziel, Graphische Darstellung der Strecke zum Ziel wählbar in unterschiedlichen Maßstäben, Graphische Darstellung des aktuellen Standortes bei der Tour, Automatische Aufzeichnung der Wegstrecke, Automatische Rückverfolgung der Wegstrecke, Speichermöglichkeit für 500 bis 1000 Wegpunkten, Angabe von Datum und Uhrzeit, Berechnung der Ortszeit von Sonnenauf- und Untergang für jedes Datum und jeden Punkt der Erde …..und noch vieles mehr.

Im vergleich zum Reiten mit Karte und Kompass bietet ein GPS Empfänger aber noch andere Vorteile. Beim Reiten mit einem Kompass wird ausschließlich in Winkeln also Kurswinkeln und Marschrichtung geritten. Position, Wegstrecke und Höhe lassen sich nur ungenau bestimmen. Eine Standortbestimmung ist nur an einem markanten Ort in Verbindung mit einer Karte möglich. Ausgangspunkt einer jeden Messung ist die Magnetnadel die in einer horizontalen Lage unabhängig von der Kompassrichtung immer nach Norden zeigt. Eine genaue Bestimmung der Richtung bei unruhigen Pferden ist oft schlecht möglich. Ganz anders bei dem GPS Empfänger. Er arbeitet in jeder beliebigen Lage, selbst bei einem ruhigen Galopp ist eine Kontrolle des richtigen Weges möglich. Festgelegte Wegpunkte verhindern ein reiten in die falsche Richtung da das Ziel immer angezeigt wird. Lästige Orientierungsstopps an jeder Kreuzung entfallen. Muss man vom ursprünglichen Weg abweichen weil er z. B. unreitbar ist findet man immer wieder zur ursprünglichen Route zurück ohne sich großartig auf der Karte orientieren zu müssen. Nimmt man versehendlich einen Parallelweg so stimmt zwar laut Kompass die Richtung doch besteht die Gefahr, dass man am Ziel vorbei geht. Beim GPS Empfänger wird das Ziel immer angezeigt, geht man trotzdem daran vorbei, so zeigt der Richtungspfeil in die entgegengesetzte Richtung. Mit speziellen, aufladbaren Karten kann man seinen Weg sogar in Echtzeit verfolgen. Ein weiterer Vorteil des GPS Empfängers ist auch die Möglichkeit den Standort eines bestimmten Objektes z.B. ein seltener Baum, ein toller Aussichtspunkt im Gerät zu markieren hierzu muss am Gerät nur eine Taste gedrückt werden und schon ist die Position gespeichert.

Natürlich eignet sich ein GPS Empfänger nicht nur zum Aufzeichnen eines Rittes auch für die Planung in Unbekanntem Gelände eignet sich das GPS Gerät. Um Reittouren am PC zu planen und diese dann auf ein GPS Gerät zu überspielen bedarf es einiger Übung , doch hat man den Bogen erstmal raus hat man um so mehr Spaß sich in Unbekanntes Gelände zu begeben. Verschiedene Kartenmodelle eignen sich zum planen einer Reitstrecke.

Die bekanntesten Karten sind die TK 25. Diese Karten sind von den einzelnen Landesvermessungsämtern von ganz Deutschland zu erhalten. In diesen Karten sind z. B. Sehenswürdigkeiten, bewirtschaftete Hütten, Aussichtspunkte u.v.m. enthalten. Hier hat man die Möglichkeit die Koordinaten einzelner Wegpunkte zu ermitteln um diese von Hand in das GPS Gerät zu übertragen. Man braucht dann nur noch die einzelnen Wegpunkte „ abzureiten „.

Die TOP 50 ist ein Kartenprogramm in welches man Reitstrecken hochladen d.h. optisch sichtbar machen kann. Mit Hilfe dieses Programms kann man sogn. Schilder oder Schriften einfügen um z. B. Sehenswürdigkeiten oder Restaurants individuell zu beschriften um beispielsweise Besonderheiten hervorzuheben um diese anderen Reitkollegen mitzuteilen.

Bei den Magics Maps Karten Deutschland hat man unteranderem die Möglichkeit die topografische Kartendarstellung als 3D Model darzustellen welches man virtuell abfliegen kann hier kann man sich bereits zu Hause am PC ansehen welche Berge oder Hügel beim nächsten Wanderritt zu überwinden sind. Die Karten sind sehr einfach gehalten und nicht mit topografischen karten zu vergleichen. Die Planung einer Wegstrecke ist allerdings sehr einfach und da die Karten GPS kompatibel sind gestaltet sich das übertragen der geplanten Strecke nicht allzu schwierig.

Die Map Source Karten von Garmin sind zwar die teuersten allerdings auch die vielseitigsten Karten für die Planung von Strecken. Das Planen gestaltet sich relativ einfach hat man einen GPS Empfänger mit Kartendarstellung und Speicherkarte so lassen sich die einzelnen Kartenteile direkt auf das GPS Gerät laden. Man sieht im Display des Empfängers die topografische Kartendarstellung, seinen eigenen Standpunkt und die geplante Route. Mit der Funktion „ Points of interrest“ hat man u.a. auch die Möglichkeit bei einem Wanderritt Sehenswürdigkeiten oder Restaurants in der Umgebung abzurufen.

Mittlerweile kann man eine Strecke auch über das Internet planen. Das Internetportal www.Google Earth.de ist vielen ein Begriff, hier hat man nicht nur die Möglichkeit eine bereits aufgezeichnete Strecke anzuschauen, man kann auch direkt über Google Earth eine Wegstrecke planen. Mit Hilfe der Internet Seite www.GPSies.de kann man die geplante Strecke so umwandeln das man sie auf den GPS Empfänger übertragen kann.

Übrigens hat man unter www.GPSies.de die Möglichkeit eine aufgezeichnete Strecke für andere zur Verfügung zu stellen oder sich eine bereits bestehende Strecke auf sein GPS Gerät herunterzuladen und zwar Weltweit. Die VFD Saar nutzt diesen Service bereits seit einiger Zeit und bietet so die Möglichkeit für Mitglieder und Besucher sich Tipps und Anregungen für schöne Reitstrecken im Saarland aus dem Internet zu holen.

Natürlich muss man nicht unbedingt in besitz eines Computers oder Laptops sein um GPS Geräte zu nutzen. Dazu muss man die Koordinaten zwischen Karte und GPS Empfänger von Hand übertragen. Voraussetzung dafür ist eine Karte mit aufgedrucktem Gitter. Im Prinzip bestimmt man nur den Abstand eines Punktes von der nächstgelegenen waagerechten und senkrechten Gitterlinie. Ermittelt daraus die Koordinaten und gibt sie ins Gerät als Wegpunkt ein. Hierzu bedarf es allerdings einiges an Übung.

Zum Schluss natürlich noch die Frage: Was kostet das alles ???

Der Markt bietet Geräte ohne Kartendarstellung schon ab 130 Euro an, nutze ich dazu die Möglichkeit meine Strecken übers Internet oder TK25 Karten zu planen ist dies die Günstigste Variante.

Geräte mit Kartendarstellung fangen bei ca. 250 Euro an hier bestimmen die Ausstattung wie Farbdisplay, Speicherkapazität und der zuvor erwähnte Sirf STAR III Chip den Preis. Kauft man solche Geräte nicht gebündelt mit Kartenmaterial so muss man noch mit Zusatzkosten von 40,--160,- Euro rechnen.

FAZIT:

So einzigartig und vielseitig GPS auch ist man sollte sich nie alleine darauf verlassen. Genau wie der Kompass ist GPS nur ein weiteres Hilfsmittel für die Orientierung, auch wenn es vieles einfacher macht. Ein Gerät kann ausfallen, Batterien können erschöpft sein. Wer da nicht mit Karte und Kompass umgehen kann sitzt schnell in der Klemme.

Trotzdem macht es irre Spaß mit dem GPS Empfänger unterwegs zu sein denn selbst die günstigste Variante bringt mich zuverlässig an mein Ziel.


   
© VFD-Landesverband Saar