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Rundritt um Hülzweiler

Details

Rundritt um Hülzweiler mit abwechslungsreichen Wegen, vielen Einkehrmöglichkeiten und Bergbaugeschichte so weit das Auge reicht

  • an_der_Freilichtbühne
Ein abwechslungsreicher 20 Kilometer langer Ritt teils durch Mischwälder, dann entlang von Feldern und Wiesen führt diesmal in meine ehemalige Heimatgemeinde nach Schwalbach. Wir starten in der Nähe des Ensdorfer Schwimmbades, wo sich am Ende ein Waldparkplatz befindet. Hier reiten wir in südlicher Richtung los und haben noch einen Blick auf den Campingplatz. Übrigens hat das Ensdorfer Schwimmbad mit 125 x 50 m die größte Wasserfläche in Südwestdeutschland und liegt mitten im Wald unter riesigen alten Bäumen. Für Wasserratten lohnt es sich also im Sommer an heißen Tagen mal einen Abstecher dort hin zu machen. Aber wir wollen ja jetzt reiten und traben den leicht ansteigenden Weg bergan bis zur ersten Kreuzung, wo wir nach rechts abbiegen. Vor uns liegt der Ensdorfer Ortsteil Viermännerwohnung. Da schaut mich meine Mitreiterin Andrea ganz ungläubig an und ich erkläre ihr: „Früher wurden hier zur Unterstützung des saarländischen Bergbaues Bergleute von auswärts einquartiert. Jede Wohnung war für vier Bergmänner eingerichtet und Frauen hatten keinen Zutritt. So kam der Name des Ortsteiles zu Stande“. Andrea schaut mich fragend an und trabt davon. Der kühle Morgenwind pfeift den Pferden um die Nüstern, sie wollen laufen und wir cantern auf dem schönen Waldweg bis wir den Waldrand erreichen. In östlicher Richtung führt die Strecke entlang des ehemaligen Fahrschulgeländes, wo sich heute Kleinindustrie angesiedelt hat. Die „Hochmark“, ein Höhenweg, der Schwalbach von seinem Ortsteil Hülzweiler trennt, bringt uns weiter voran. Früher lag rechts neben dem Weg ein kleiner Hügel, der sich aber im Laufe der letzten Jahre bergbaubedingt und mehr als 8 Meter abgesenkt hat.

Wiesen, Wald und Felder - und alles Theater oder was???

Schwalbach wirbt mit dem Slogan „Gemeinde im Grünen“, und so ist es hier auch. Riesige Wiesenflächen säumen den Weg bis wir eine Straße überqueren. Bald erreichen wir das Waldkapellchen, ein beschaulicher Ort der Ruhe. Vor uns liegt der „Neyschacht“, der schon 1867 als Wetterschacht abgeteuft wurde. Im Jahr 1924 wurde er zur Nebenschachtanlage ausgebaut und heute würdigt der Denkmalschutz dieses Denkmal der Saarländischen Bergbaugeschichte als hochwertiges architektonisches und technisches Beispiel einer bergbaulichen Nebenanlage. Am Waldrand liegen das Sportzentrum „Schachen“ mit guten Einkehrmöglichkeiten in den Clubhäusern der Vereine und daran anschließend das Naherholungsgebiet – hier wird ein Ausläufer des Lochbaches zu einem Waldsee gestaut. Hupps…. Bjarlli und Mistral springen zur Seite - Enten tummeln sich im Wasser und erschrecken beim Auffliegen unsere Pferde. Wir biegen ab zur Freilichtbühne, einer Naturbühne mitten im Wald, wo seit 1927 Theateraufführungen präsentiert werden. Grandiose Werke wie „ Andreas Hofer“ wurden schon vor dem zweiten Weltkrieg hier mit vielen Laiendarstellern aufgeführt. Später ging es dann weiter mit Werken wie "Der Schwed im Land", "Die Jungfrau von Orleans" oder "Wilhelm Tell". Bis heute wird die Bühne bespielt und im vergangenen Sommer stand die märchenhafte Geschichte des „Zauberers von Oz“ auf dem Programm. Natürlich eignet sich die Freilichtbühne mit den mehr als 1000 Zuschauerplätzen und einer Spielfläche von 660 qm auch für Konzerte und für Open Air Kino, was abends hier im Wald ein ganz besonderes Erlebnis ist.

Es drängt uns aber an die Gaststätte „Zur Freilichtbühne“, wo wir die Pferde anbinden um bei einer kurzen Rast unseren Durst zu stillen. Angeschlossen ist hier auch ein Hotel, die Lage ist ruhig und man hat gute Anbindungen zu Wanderwegen. Gut erinnere ich mich daran, dass hier zu meiner Schulzeit eine Holzhütte vom „Onkel Hänschen“ betrieben wurde- ein gutes Ziel für die damaligen Wandertage. Heute könnte man hier im Hotel auch als Wanderreiter übernachten, denn neben dem Parkplatz gibt es eine große Wiese, die man vielleicht einzäunen könnte. Gestärkt geht es weiter, zuerst einige Meter zurück bis zum Waldsee, dann in westlicher Richtung über einen Naturweg bis zum Ortsrand von Hülzweiler. Riesiges Springkraut säumt hier den Weg und das rosa Blütenmeer wiegt sich im Wind. Am Ortsrand reiten wir zum Kriegerdenkmal und biegen dann in einen Wald aus Eichen, Hainbuchen und Rotbuchen ein. Der Boden ist sehr wasserhaltig und so läuft am Brunnen der Hütte „Auf Schwarscht“ ständig frisches Quellwasser, das wir zum Tränken der Pferde nutzen. Unser Weg führt zwischen Gerstenfeldern durch zum nächsten Brunnen mit einer Kneippanlage. Hier rasten wir nicht, denn wir wollen in den Saarwellinger Wald, doch vorher müssen wir noch die Unterführung unter der A 8 passieren. Nun sind wir im Jungenwald und traben munter bis an die nächste Waldhütte. Dann Richtungswechsel nach Westen und es geht leicht bergab. Den Weg an der nächsten Kreuzung kennen die Pferde schon und wollen bergan galoppieren. Bei dem Wetter macht es richtig Spaß und so kommen wir gut voran bis wir wieder in westlicher Richtung abbiegen. Hier säumt eine riesige alte Eiche den Weg, die als Naturschutzdenkmal auf der Karte markiert ist. Wie alt wird sie wohl sein – und was hat sie schon alles erlebt. Vor solchen alten Bäumen habe ich immer eine tiefe Hochachtung. Die zweite uralte Eiche treffen wir an der nächsten Waldhütte, von hier aus führt der Weg direkt an die Straße zwischen Hülzweiler und Saarwellingen.

Der Lachwald mit seinen gastlichen Stätten

So erreichen wir den Lachwald mit Möglichkeiten zur Rast und Einkehr. Direkt an der Nebenstraße gibt es die Gaststätte „Zum Blauen Hirsch“ mit einer schönen Aussenterrasse. Pferde anbinden ist hier allerdings etwas schwierig. Zu Fuß geht es dann weiter über die Autobahnbrücke, denn es sind unerfahrene Pferde in der Gruppe und „sicher ist sicher“. Durch den Wald „Thorschlag“ erreichen wir den Fuß des Sandberges, wo eine lange sandige Strecke zum Galoppieren einlädt. Unsere Pferde nehmen diese Einladung gerne an und schnell erreichen wir den Waldrand und überqueren die Straße zwischen Hülzweiler und Fraulautern. Jetzt reiten wir am Absinkweiher des ehemaligen Bergwerkes Saar vorbei bis über die Ensdorfer Straße, die wir nur kreuzen. Leicht bergab führt ein schöner Pfad und dann treffen wir ihn wieder: den Lochbach, der allerdings ab dem Ensdorfer Bann „Weiherbach“ genannt wird. Der naturbelassene Weg lädt zum traben ein und dann sind wir wieder am Startpunkt, reiten aber weiter in westlicher Richtung bis zum Ensdorfer Sportzentrum.

Symbol für den leistungsfähigen Bergbaustandort Ensdorf und Touristenattraktion der Region

Nun liegt sie genau vor uns, die Bergehalde, und es wird uns klar: das wird anstrengend. Wir benutzen den Eingang „Bei Fußenkreuz“. Die Bergehalde gehört der Gemeinde Ensdorf. Der östlich abgegrenzte Bereich mit dem Absinkweiher steht immer noch unter Bergaufsicht und ist daher für die Öffentlichkeit gesperrt. Anfangs geht es nur leicht bergan bis zum Mittelplateau. Die 2016 neu angelegenen Wege an der östlichen Flanke ermöglichen heute einen Aufstieg der sanfter zum Polygon führt. Uff…….unsere Pferde kommen ganz schön ins Schwitzen bis wir oben sind. Wir staunen beim Aufstieg nicht schlecht, denn die Halde ist in großen Teilen begrünt, ja es gibt sogar seit 1972 einen kleinen Weinberg mit 99 Rebstöcken, angelegt vom damaligen Bergwerksdirektor Moritz Rauber. Um den Bergbaucharakter nicht zu kaschieren wird auf eine weitere Begrünung aber verzichtet. Auf dem Gipfelplateau erklärt gerade ein Fremdenführer einigen Wanderern Wissenswertes zum Bergwerk Saar das bis zur Zusammenlegung mit dem Bergwerk LuisenthalWarndt Bergwerk Ensdorf hieß. So erfahren wir, dass sich der Steinkohlenbergbau in diesem Gebiet sich bis in das Jahr 1730 zurückverfolgen lässt. In den angrenzenden Gemeinden Schwalbach und Griesborn begann zu dieser Zeit der Kohlenabbau. Wo heute das Rathaus in Schwalbach steht wurde 1826 der erste Tiefbauschacht an der Saar abgeteuft und der "Ensdorfer Stollen" wurde im Jahre 1842 in einer Länge von 2350 m angelegt. Dann staunen unsere Pferde nicht schlecht: weil das Straßennetz zur damaligen Zeit sehr schlecht war wurde die geförderte Kohle anfangs mit Grubenpferden durch den Stollen bis zur Saar gebracht und dort verschifft. Die heutige Anlage mit der Halde wurde 1913 als Hauptförderschacht der Saarschacht angelegt und 1925 zur Grube Saarschacht, also selbständiges Bergwerk. 1957 wurden die Gruben Duhamel (Saarschacht) und Griesborn zu einer gemeinsamen Anlage, das Bergwerk Ensdorf, zusammengelegt. Der Bergbau wurde hier, als letzter Förderstandort an der Saar, im Jahr 2012 gänzlich eingestellt. Die riesige Halde die seit 2004 Zug um Zug der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde dient heute ausschließlich touristischen Zwecken. Eine leichte Windböe kommt auf, die von den wartenden Gleitschirmfliegern direkt zum Start genutzt wird. Mit einer Höhe von 330 Meter über Normalnull ragt der Gipfel 150 Meter über das Umland heraus. Ideale Bedingungen für die Gleitschirmflieger. Die Attraktion hier oben ist aber das Saarpolygon. Polygon heißt Vieleck, und das ist es auch. Polygone bildeten die Basis der Vermessungen unter Tage. Es wurde als Landmarke zur Erinnerung an den Bergbau hier oben errichtet und ragt mit 30 Metern in den Himmel.

Weiter Blick in alle Himmelsrichtungen

Von oben hat man bei gutem Wetter eine weite Sicht bis in den Warndt, über den Saargau und den Hochwald. Am Fuße des Berges sieht man im Ensdorfer Park das 1987 renovierte Stollenmundloch des Ensdorfer Stollen. Der oben bereits erwähnte Stollen bot im zweiten Weltkrieg den Ensdorfer Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten. Früher kamen hier die von Pferden gezogenen Kohlenzüge nach über Tage. Die Kohle wurde dann am Rangierbahnhof verladen und per Kleinbahnzug zur Verladestelle an die Saar gebracht. 1910 war damit Schluß Es wird Zeit für den Abstieg und nach all den gruseligen Geschichten über die Grubenpferde führen wir unsere Pferde zurück bis zum Fuß des Berges. Wichtig ist, dass die Hinterlassenschaften der Pferde von den Wegen entfernt werden. Einmalhandschuhe tun hier gute Dienste. Als ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder aufsteigen will, schaut mich Bjarlli fragend mit seinen großen dunklen Kulleraugen an. Sicher grübelt er auch noch über die schaurigen Geschichten der armen Grubenpferde, die nie mehr ans Tageslicht kamen. Also gut – gewonnen – ich führe weiter bis zum Ensdorfer Schützenhaus, wo gerade das diesjährige Schützenfest voll im Gang ist. Es gibt leckeren selbstgebackenen Kuchen und eine hausgemachte Kartoffelsuppe. Aber auch wenn kein Schützenfest ist, kann man dort gut rasten und von der Terrasse vor dem Lokal hat man die Pferde im Auge. Gegenüber auf dem Campingplatz gibt es das „Esszimmer am Wald“ auch dort ist man als Reiter herzlich willkommen. So endet nach einer Reitstrecke von knapp 21 Kilometern ein geschichtsträchtiger und abwechslungsreicher Ritt für unsere kleine Reitergruppe.

Kasten:

Einkehrmöglichkeiten

Hotel zur Freilichtbühne, Hülzweiler - www.hotel-freilichtbuehne.de

Schützenhaus, Ensdorf - www.schuetzenverein-ensdorf.de

„Esszimmer am Wald“, Ensdorf - (www.campingplatz-waldblick-ensdorf-saar.de/bistro-restaurant-esszimmer-am-wald/

Pferdeunterbringung

Lachwaldhof, Saarwellingen - (www.lachwaldhof.de)

Zugang zur Bergehalde

Gemeinde Ensdorf - www.gemeinde-ensdorf.de.

Kartenmaterial

Karte 1: 25.000 – Saarlouis Nr. 6606 und Heusweiler Nr. 6607

Christiane Claus

   
© VFD-Landesverband Saar