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Mit Sack und Pack ………….auf Wanderritt

Details

Eine Rittführerin gibt Tipps

Nicht nur vor dem allerersten Wanderritt stellt sich immer wieder die Frage neu:

Was packe ich alles ein ???

Für die Zusammenstellung meines Rittgepäckes spielen viele Kriterien eine Rolle:

  • -Ist ein Trossfahrzeug vorhanden oder muss das Gepäck am Pferd transportiert werden? Habe ich ein festes Quartier? Welche Jahreszeit ? Anzahl der Ritt-Tage? Führe ich den Ritt selbst oder kann ich mich gemütlich im Sattel zurücklehnen usw. usw.

Sicherlich hat von den wanderritt-erfahrenen Reitern unter Euch jeder seine eigene Vorstellung, was er an Gepäck benötigt. Hier möchte ich Euch Gelegenheit geben, einen Blick hinter meine Kulissen zu werfen und Euch zeigen, wie meine Art zu packen aussieht und was ich so alles auf große Tour mitnehme.

 

Wie jedes Mal freue ich mich riesig auf den bevorstehenden Ritt und (wie jedes Mal) schwöre ich mir, rechtzeitig zu packen. Doch PLÖTZLICH (wie aus heiterem Himmel) ist der Tag VOR dem Wanderritt da….. und noch nichts ist gepackt!!! Ja, das geschieht mir immer wieder. Aber irgendwie schaffe ich es letztendlich, das Chaos zu besiegen, ohne wichtige Dinge zu vergessen.

ALSO: Das Genie beherrscht das Gepäck-Chaos ODER nimmt sich eine Liste zur Hand.

Bei mir besteht solch eine Gepäckliste, nachdem ich anfangs immer wieder Dinge vergessen hatte und wurde bisher nur geringfügig abgeändert. Das bedeutet aber nicht, dass diese Liste auch für jeden anderen Reiter optimal ist. Wenn Ihr Neulinge im Bereich Wanderreiten seid, dann empfehle ich Euch, einfach mal zu notieren, was Ihr bereits beim kleinen Ausritt schon vor dem Ritt, beim Ritt und nachher so alles benötigt. Angefangen von Euren Reitklamotten über die Putzsachen sowie Sattelzeug und Gamaschen bis hin zum Mineral-Leckerli nach dem Ritt. Diese Aufstellung ist schon mal eine gute Grundlage für Eure Liste.

Nehmt Euch die Zeit und erstellt Eure individuelle Liste. Diese kann ruhig sehr voll sein, denn wie unten beschrieben, wird sie vor jedem Ritt bearbeitet.

Früher (zu den Zeiten, als man noch mit einem Stift geschrieben hat und es nicht an jeder Ecke einen Schwarz/Weiß-Kopierer gab) wurde das Original meiner Liste gehütet wie eine Schatzkarte. Kurz vor dem Ritt wurde diese Liste im Copyshop kopiert und NUR mit der Kopie gearbeitet. Das Original kam sofort wieder in Sicherheitsverwahrung. Heute ist das alles sehr langweilig geworden. Das Original wird auf CD verwaltet und mein Onlinedrucker spuckt eine Kopie aus, für die ich dann nur eine Etage höher rennen muss.

Wie sieht diese Gepäck-Liste aus ??

Meine Liste passt auf ein DINA4 Blatt und ist untergliedert in verschiedene Bereiche.

Diese sind:

Arznei-Mensch, Kulturbeutel, Kleidung, Arznei-Pferd, Hilfsmittel, Allgemein, Reitzubehör.

Unter jedem dieser Bereiche sind alle Dinge aufgelistet, die ich mitnehmen könnte.

Wie bereits geschrieben hat sich auf der Liste nur wenig geändert. Zum Beispiel wurde aus den drei Punkten „10 Pfennig-Münzen“, „deutsche Telefonkarte“, „französische Telefonkarte“ der Punkt „Handy mit Ladekabel“. Aus dem Punkt „Reithut/Schnabbekapp“ wurde der Punkt „Reithelm“. Aus dem Punkt „Schnapsflasch“ wurde der Punkt „Notfall-Apotheke“.

Manche Dinge sind ganz neu dazugekommen wie „GPS“, Akkus“, „Warnweste“, „Pferde-EU-Pass“, „Zusatz-Speicherkarte für Kamera“….

Andere Dinge führe ich auch gerne doppelt mit, damit ich nicht von meinem warmen kuscheligen Quartier durch den Regen oder im Dunkeln in die Sattelkammer muss.

Natürlich benötige ich jeweils nur einen Teil der Liste. Das ist wie oben bereits beschrieben von der Art des Rittes abhängig.

Wie arbeite ich mit dieser Liste ?

Also wir sind am Tag VOR dem Ritt angekommen.

Ich drucke mir meine Liste aus und diese wird dann erst mal überarbeitet. Alle Dinge die ich auf keinen Fall mitnehmen möchte, werden ausgestrichen. Das wären zum Beispiel im Sommer die dicke Jacke, Leggings, Schal. Bei einem festen Quartier mit komplett bezogenen Betten benötige ich keinen Schlafsack. Wenn ich mich entschieden habe, meinen Wanderreitsattel zu benutzen, dann benötige ich kein Zubehör für meinen Westernsattel. So gehe ich wirklich erst Punkt für Punkt durch und streiche alles raus, was nicht mitgenommen wird.

Nach wenigen Minuten habe ich also meine aktuelle Liste und kann anfangen, erst einmal alle Dinge im www (Wedigs wundersame Welt) zu sammeln. Alles was ich an diese Sammelstelle bringe, wird sorgfältig auf meiner Liste abgehakt. Bald fehlen nur noch einzelne Dinge. Werden diese noch bis kurz vor der Abfahrt benötigt, dann markiere ich sie mit Textmarker, damit ich sie auch ja nicht vergesse.

Nachdem ich dann mehrere Stunden kreuz und quer durchs www (wir erinnern uns: Wedigs wundersame Welt) gerannt bin und alle Zutaten für einen gelungenen Ritt zusammengetragen habe, zieren ein Berg mit Reitzubehör, Körbe mit Kleidung und ein Tisch voll diversem Kleinkram unser Wohnzimmer. Jetzt fange ich an zu sortieren. Verteile alles in Reisetasche, Satteltasche usw. und dann ins Auto. Wenn das Zimmer wieder leer aussieht, kann ich ziemlich sicher sein, dass ich gut gerüstet für den kommenden Tag (der wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Stunden auf sich warten lässt) bin.

Hört sich alles vielleicht umständlich an, aber es funktioniert.

Was steht auf der Liste ?

Jetzt seid Ihr sicherlich schon gespannt, was denn alles auf meiner Liste steht. Wie gesagt, ist die Liste individuell auf mich zugeschnitten bzw. auf meine Familienmitglieder. Manche Dinge benötige ich nur bei ganz wenigen Ritten, andere dürfen auf keinem Ritt fehlen.

Arznei Mensch

Sonnenmilch; Sonnenbrandsalbe; Umckaloabo; Autan; Wundsalbe; Braunol/Betaisadona; Bandage; Pflaster; Einmalhandschuhe; Sicherheitsnadel; Aspirin; Migränemittel; Heuschnupfenmittel; Antiallergikum; Augentropfen; Ibuprofen, Dolormin für Frauen (hilft übrigens auch bei Männern, wenn sie Kopfweh haben ;) )

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Anmerkung:

Dies ist NICHT die Notfallapotheke am Pferd/Tross, sondern lediglich meine eigene Medizin fürs Quartier. Manche Dinge davon verstaue ich jedoch in den Satteltaschen wie z. B. Sonnenmilch, Schmerztabletten, oder doppelt und dreifach, z. B. meine Allergietabletten.

Kulturbeutel

Zahnpasta; Zahnbürste; Waschlappen; Handtücher; Badetücher; Seife; Gesichtsmilch; Bürste; Kamm; Rasierschaum; Rasierer; Nagelschere; Nagelbürste; Spiegel; Deo; Taschentücher; Binden; Tampons; Duschgel; Shampoo; Spülung; Fön; Toilettenpapier; Haargummis;

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Tip:

Ich benutze seit einiger Zeit Mikrofaser-Handtücher. Diese sind zwar nicht so kuschelig, nehmen aber sehr wenig Platz weg, trocknen super ab und sind dabei selbst schnell trocken. Diese gibt es sehr günstig im Sportgeschäft. Bewährt hat sich bei mir die Größe 42x55 cm und zusätzlich 80x130 cm. Beide Tücher zusammen nehmen weniger Platz weg als ein normales Handtuch.

Kleidung

Reithose; Ersatzreithose; Leggins; Wanderschuhe; Hausschuhe; Turnschuhe; Unterhose; Unterhemd; BH; Strümpfe; T-Shirt; Hemd; Pullover; Weste; Kanada-Hemd; dicke Jacke; ärmellose Jacke; Regenhose; Poncho; Regenmantel; Reithelm; Jogginganzug; Schlafanzug; Badeanzug; Badeschuhe; Gürtel; Schal; Handschuhe; Sonnenkäppi;

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NEIN, Ihr braucht das nicht alles komplett :)

Ich streiche entweder Schlaf- oder Jogginganzug. Wenn ich sehr rustikal übernachte oder auch wenn ich selbst Rittführer bin und nachts evtl. nach den Pferden sehen muss, schlafe ich lieber im Jogginganzug.

Meinen Poncho hingegen benötige ich auch, wenn ich den Regenmantel dabei habe. Meine Abschwitzdecke ist nämlich immer in einem Poncho eingewickelt. Erstens ist sie dann stets sauber ohne Pferdeschweiß und zweitens bleibt sie schön trocken auch wenn es unterwegs aus Kübeln regnet.

Leggins habe ich (außer an ganz, ganz heißen Sommertagen) meistens unter der Reithose, da ich mich dann nicht so schnell wundreibe.

Turnschuhe benötige ich höchstens, wenn ein abendliches Ausgehen angesagt ist und ich nicht mit stinkigen und evtl. total durchnässten Wanderschuhen im piekfeinen Restaurant (ja, wir von der VFD sind Gourmets) sitzen möchte.

Meine ärmellose Jacke mit 1000 Taschen hat sich beim Reiten bestens als zusätzliche Satteltasche bewährt. In dieser Jacke wird alles Mögliche an Kleinkram verstaut, den ich sonst nervenaufreibend in meinen Satteltaschen suchen müsste. Kamera, Handy und GPS sind so direkt griffbereit.

Allgemein

Diese Kategorie beinhaltet alles Mögliche an Krempel.

Geldbeutel (gefüllt), Scheckkarte, Krankenkarte, Taschenlampe, Messer, Tasse, Gürteltasche, Dauerschreiber (echt saarländisch, auf Deutsch: Kugelschreiber), Bleistift, Notizblock, Uhr, Flaschenöffner, Fotoapparat, Speicherkarte, USB-Stick, Schlafsack, Bettzeug, Kissen, Matratzenauflage, Hängerpapiere, Führerschein, EU-Pass-Pferde, Handy, Ladekabel, Stuhl, Überbrückungskabel, Säge, Kartentasche, Topo-Karten, km-Rad, Batterien, Akkus, Akku-Ladegerät, GPS, Laptop, Ersatzbrille, Sonnenbrille, Plastiktüte, 1.Hilfe/Mensch

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Hierzu gibt es nicht viel zu schreiben. Hier streiche ich (außer den Laptop, den ich nur als Rittführer mitnehme) kaum etwas. Die meisten Dinge werden oft nicht benötigt, AUSSER man hat sie nicht dabei. Die Plastiktüte dient übrigens für meine Schmutzwäsche, so bleibt der Rest schön sauber und trocken.

Arzneimittel Pferd

Blauspray, Puder, Mückenschutz, Oxyplastine, Colosan, Stethoskop, Bandage, Bandagierunterlage, 1.Hilfe/Pferde.

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Hierzu gibt es nicht viel zu erläutern. Was sein muss, muss (dabei) sein.

Oxyplastine ist eine sehr zähe weiße Zink-Salbe, die sich hervorragend für die Behandlung wunder Stellen, aber auch zur Vorbeugung von Gurtendruck bewährt hat. Mein Norweger-Mix reibt sich im Sommer gerne vor dem Sattelgurt wund, außer wenn ich vor dem Ritt und in der Pause eine Schicht Oxyplastine auftrage. Die Salbe klebt jedoch dank ihrer zähen Konsistenz wie die Hölle und sollte nur mit Einweghandschuhen aufgetragen werden. Diese Allheilpaste ist in der Apotheke für um die sieben Euro erhältlich ohne Rezept.

Colosan ist ein sehr gutes Mittel bei Kolik. Gerade zum Thema Kolik: Ich empfehle allen Rittführern, sich vor dem Ritt eine Liste mit guten Tierärzten der Region geben zu lassen. Im Notfall wird diese Euch hilfreich sein.

Hilfsmittel

Lochzange, Lederbänder, Sporenriemen, Zügelhaken, Nieten, Nietzange, Chicago-Schrauben, Nähnadel Leder, Nähnadel Stoff, Garn, Schere groß, Gummiband, Kabelbinder, Notbeschlag-Set

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Einige dieser Dinge benötigt man nur einmal in der Reitgruppe, wie z. B. Notbeschlag-Set oder Lochzange. Daher ist es gut, wenn man sich vorher abspricht, um unnötiges Gewicht im Gepäck zu vermeiden.

Sporenriemen haben sich sehr gut als Gepäckband bewährt. Man kann sie zum Fixieren der Abschwitzdecke oder zum Befestigen der Satteltaschen einsetzen. Die Riemchen sollten aus gewebtem Stoff sein, in dem man stufenlos die Schnalle verstellen kann. Der Zweierpack kostet zwischen zwei und fünf Euro und ist sein Geld wert. So kann man sehr eng zuzurren, ohne auf ein bestimmtes Loch zum Schnallen angewiesen zu sein.

Chicagoschrauben befinden sich oft in Westerntrensen zum Befestigen des Gebisses. Gehen diese mal verloren, kann man die Trense auch mit einem dünnen Lederband oder eben Kabelbindern schnell reparieren oder man hat Chicagoschrauben als Ersatz im Gepäck. Zwei Löcher mit der Lochzange und eine Chicagoschraub – so lassen sich auch viele Dinge reparieren.

Dort, wo ich an meinem Sattel lange dünne Lederriemen befestigt habe, knote ich meist oben einen Zügelhaken/Snape ein. Dieser dient mir zum schnellen Befestigen eines Gepäckstückes oder zum Aufbewahren des ausgeschnallten Wassergebisses während der Pause. Ich nutze diese Zügelhaken also selten als Ersatzteil, sondern sie gehören fest zu meiner Ausrüstung.

Die Ledernähnadel benötige ich selten, eher verwende ich gleich eine Lochzange und repariere im gröberen Stil.

Reitzubehör

Wanderreitsattel, Satteldecke, Westernsattel, Westernpad, Navajodecke, Wanderreitschabracke, Sattelgurt, Antirutschmatte/Sattel, Abschwitzdecke, Regendecke, Deckengurt, Satteltasche vorne, Satteltasche hinten, Schweifriemen, Vorderzeug, Ortliebsack, Zaumzeug, Zügel, Ersatzzügel, Halfter, Nothalfter, Strick, Halsriemen, Futtereimer, Wassereimer, Falteimer, Leuchtbandage, Warnweste, Hufkratzer, Wurzelbürste, Schwamm, Stromband, Paddockstangen, Hammer, Futter, Hufschuhe, Schlüssel für Schuhe

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Wie bereits beschrieben benutze ich je nach Laune/Pferd/Reitgelände/evtl. Kursteilnahme unterschiedliche Sättel und daher auch unterschiedliche Satteldecken. Das nicht benötigte wird durchgestrichen. Schweifriemen und Vorderzeug sind ebenfalls bei meinen Pferden vom Reitgelände abhängig. Eine Abschwitzdecke sollte immer dabei sein. Der Ortliebsack wird nur bei Vollgepäck mitgenommen, da hier optimal der Schlafsack verstaut werden kann. Ersatzzügel kommen auch mal zum Einsatz um mit dem Falteimer von einer Brücke aus Wasser zu schöpfen. Leuchtbandagen lassen sich prima unten am Fender von Westernbügeln fixieren und sind daher immer parat.

Den Hammer benötige ich nur, wenn ich meine Paddockstangen aus Eisen dabei habe. Futter inkl. Mineralzusätze stelle ich bereits zuhause zusammen und fülle es pro Mahlzeit in dünne Müllbeutel. So muss ich nicht bei jeder Fütterung neu abmessen. Alle Müllbeutel kommen in einen stabileren Plastiksack und lassen sich so einwandfrei im Trossfahrzeug verstauen.

Ich hoffe, ich habe Euch einen umfassenden Blick in meine Ritt-Vorbereitungen gegeben. Wer jetzt denkt: so chaotisch kann es bei einer Rittführerin der VFD doch gar nicht zugehen, der täuscht sich. Der Bericht ist nicht von mir erfunden, das ist ein Tatsachen-Bericht.

Karin Wedig


 

   
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