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Fit für den ersten Wanderritt II

Details

Neueinsteiger - Wanderreiten / eine Rittveranstalterin gibt Tipp

Wer hat nicht schon die schönen Bilder auf unserer Homepage oder im VFD-Veranstaltungskalender über Wanderritte bewundert und wäre beim nächsten Mal auch gerne dabei???

Daher stellt sich vielen Neulingen sicherlich die Frage:

Bin ich und mein Pferd fit genug, um an einem Mehrtagesritt teilzunehmen ??

Vorweg möchte ich ausdrücklich betonen, dass Rasse, Reitstil, Alter von Reiter oder Pferd keine Rolle spielen, wenn man sich mit den unten aufgeführten Beschreibungen identifizieren kann.

Eigentlich ist es kein Problem, solange Reiter und Pferd gut vorbereitet sind. Kondition, ein geländesicheres Pferd und ein Reiter mit Teamgeist…. mehr braucht es nicht.

Ich hoffe, dem einen oder anderen Reiter mit diesem Bericht etwas Mut zu machen.


Als Einstieg würde ich einen 2-Tages-Ritt empfehlen. Damit der Ritt aber zu einem schönen Erlebnis für Euch wird, sollte man nicht nur sein Pferd gut trainieren, sondern auch sich selbst. Bei allen neuen Eindrücken, die auf Euch zukommen, empfiehlt es sich, auf neue Reitkleidung zu verzichten. Lieber die alte bequeme Reithose anziehen als in einer neuen Hose diverse Wundstellen zu riskieren. Auch das Zubehör für Euer Pferd solltet Ihr schon im Gelände getestet haben, damit nichts scheuert oder wackelt. Der Ritt sollte letztendlich nicht in Stress ausarten, sondern der Spaß am Reiten in schönem Gelände mit netten Leuten im Vordergrund stehen.

Sind Mensch sowie Pferd gut trainiert und das Ausreiten in einer Gruppe zur Gewohnheit geworden, so braucht man sich über Muskelkater oder Erschöpfung keine Gedanken zu machen. Außerdem sollte jeder Reiter bereit sein, sich in die Gruppe zu integrieren und keine Sonderstellung einnehmen. Das sind im Prinzip die Grundlagen.

Was kann ich im Vorfeld mit meinem Pferd trainieren?

Ein guter, raumgreifender Schritt des Wanderreitpferdes ist von Vorteil, um zügig und trotzdem relaxt auf langen Etappen voran zu kommen. Diesen kann man durchaus mit viel Training und Konsequenz jedem Pferd antrainieren. Natürlich erleichtert es das Training ungemein, wenn man nicht nur kaffeeklatschmäßig im Trott mit anderen Stallgenossen ausreitet, sondern sich einem trainierten Pferd mit gutem Schritt im Gelände anschließen kann.

Hat man es irgendwann aufgegeben, „weil das Pferd es leider nicht kann“ (?), dann ist das aber noch lange kein Grund, sich nicht für einen Wanderritt anzumelden. Jedoch sollte man bereit sein, im Trab aufzuschließen, um den Anschluss ständig zu halten und die Gruppe nicht auseinander zu reißen oder als Schlusslicht ständig zurückzubleiben. Das Training zum guten Schritt zahlt sich aber auf jeden Fall aus, denn ein ständiges Zockeln geht bei einem Mehrtagesritt doch ganz schön in die eigenen Knochen und bringt immer wieder etwas Unruhe in die Gruppe. Nicht nur der Rittführer sondern die komplette Gruppe wird es Euch danken. Der Wille zur Gruppe zählt!!

Schnellere Passagen werden meist im Trab zurückgelegt. Ich versuche daher mit meinen Pferden einen raumgreifenden Trab zu trainieren, damit ich eine große Distanz schnell und trotzdem relativ ermüdungsfrei bewältigen kann. Es gibt aber auch Pferde, die lieber in einem langsamen Galopp gehen. Wenn sie sich dabei nicht zu müde laufen, ist das für die Gruppendynamik im Prinzip auch in Ordnung. Ein absolutes No-Go ist es, wenn man sein Pferd zu lange zurückhält oder gar nicht erst zum flotteren Tempo antreibt. Meist baut das Pferd hierdurch Unmut auf und der Reiter somit auch. Man sollte daher immer darauf achten, den Anschluss an die Gruppe zu halten. Ist ein Tempowechsel angekündigt und man ist gerade z. B. mit seinem Gepäck beschäftigt, dann sollte man sich auch nicht scheuen, dem Gruppenführer dies mitzuteilen. Ein guter Rittführer wird stets die Gruppe im Auge behalten und einen Tempowechsel ankündigen sowie auf die Resonanz der Gruppe achten. Per Handzeichen wird auch das Verlangsamen oder Anhalten angezeigt. Ziel ist es ja schließlich, ein einheitliches Tempo zu finden.

Ein Wanderritt ist ein Gruppenritt und jeder einzelne Reiter trägt dazu bei, dass es auch eine geschlossene Gruppe bleibt und der Abstand der einzelnen Pferde in allen Gangarten nicht zu groß oder zu klein wird. In der Regel erlebt man doch sehr viel Rücksichtnahme und einen einzigartigen Zusammenhalt.

Überängstliche Reiter oder unkontrollierbare Pferde haben auf einem Wanderritt nichts zu suchen. Hier sollte man erst zuhause üben, damit man wirklich fit ist für einen Mehrtagesritt.

Für alle ängstlichen Reiter: Jagdgalopp gehört nicht zu den bevorzugten Gangarten auf einem Wanderritt. Aber wenn es die Gruppe und das Gelände zulassen, dann steht einem aufmunternden, angepassten Galöppchen eigentlich nichts im Wege. Das weckt hin und wieder auch mal müde Geister wieder auf.

Euer Pferd sollte sich in allen Gangarten bestens regeln lassen, so dass es in jeder Position der Gruppe zu reiten ist. Hat ein Pferd wirklich ein Problem, dann wird auch darauf Rücksicht genommen. Aber jeder Reiter sollte in allen Gangarten auch so reiten wollen, dass er in jeder Position der Gruppe reiten kann !

Überholen in der Gruppe ist im Prinzip kein Thema, solange Ihr Euch vergewissert, dass ein anderes Pferd/Reiter kein Problem damit hat. Überholt wird mit gebührendem seitlichen Abstand, so dass kein anderer Reiter hierbei angerempelt wird. Das gilt zum eigenen wie auch zum Wohl der Mitreiter und das gilt in allen Gangarten. Überholen im Galopp halte ich bei einem Wanderritt nicht für so gut. Selbst ein Vorbeidrängeln im Schritt kann gerade auf engen Wegen oder unwegsamen Gelände sehr schlimme Folgen haben.

Die meisten Pferde sind sehr trittsicher, solange der Reiter es dem Pferd zugesteht. Dazu gehört Vertrauen, das Pferd auch mal am langen Zügel das Bodenhindernis (Büsche, Bäume, Wurzeln, Felssteine) bewältigen zu lassen. Leider sehe ich immer wieder, dass Reiter aus Angst die Zügel so kurz nehmen, dass das Pferd überhaupt keine Möglichkeit hat, sich die Bodenbeschaffenheit anzusehen. Ein Stolpern, im schlimmsten Fall ein Sturz, ist hier schon fast vorprogrammiert. Man sollte also zuhause üben, wie sich das Pferd in einer schwierigen Situation verhält und dementsprechend baut sich das Vertrauen von Pferd und Reiter mit der Zeit auch immer mehr auf.

Es ist keine Schande, auch einmal abzusteigen und das Pferd zu führen, wenn man sich im Sattel nicht sicher ist.

Hin und wieder kommt es vor, dass ein Weg ungeplant so zuliegt, dass man steil hoch/runter ins Gelände ausweichen muss. Hier ist es manchmal nötig, den eigentlichen Weg zu verlassen und über querliegende Äste, Gestrüpp, Geröll usw. zu steigen. Auch dies kann man mit dem Pferd üben, so dass es keine Panik bekommt, wenn ein Ast von unten gegen den Bauch schlägt. Ein unerfahrener Reiter sollte hier auf jeden Fall die Hilfe von den anderen Mitreitern annehmen. Teamgeist wird bei uns großgeschrieben und aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Schwierige Situationen meistern wir gemeinsam.

Auch ist es sinnvoll, Wasserpassagen oder enge Brücken im Vorfeld zu üben. Wobei die meisten unserer Pferde kein Problem damit haben und ein unerfahrenes Pferd sich oft von der Ruhe der Gruppe sicher mitziehen lässt. Zum Thema Wasser lässt sich noch anmerken: Ein großer Vorteil gerade im Sommer ist es, wenn man sein Pferd an das Trinken am fließenden Wasser oder aus Brunnen (wo Wasser oft aus Speiern fließt) gewöhnt hat. Notfalls kann man im eigenen Gepäck auch eine kleine Faltschüssel mitführen und somit einer Dehydrierung vorbeugen.

Bei Straßenüberquerungen gilt ausschließlich das Kommando des Rittführers. Dieser hat sich im Vorfeld mit der Straßensituation vertraut gemacht und weiß, welche Anweisungen und warum er diese gibt. Eigenmächtiges Handeln kann hier die ganze Gruppe in Gefahr bringen.

Ein wichtiges Thema ist auch das sichere Führen eines Pferdes. Euer Pferd sollte Euch auf engen Wegen nicht umrennen und Abstand halten können. Es sollte auch mal dicht gedrängt in der Gruppe stehen bleiben können, ohne in Panik zu geraten. Einfach beim nächsten Ausritt mal üben. Auch Stehenbleiben beim Auf- und Absitzen gerade in unwegsamem Gelände kann man gut zuhause schon üben. Ihr werdet sehen: Auch die Bodenarbeit im Wald kann Spaß machen.

Ihr könnt Euch bei dem Rittführer im Vorfeld erklären lassen, was auf der Strecke an Gelände-Hindernissen zu erwarten ist und diese dann gezielt üben.

……und was wird von mir als Reiter konditionell verlangt ????

Wenn ich bereits mein Pferd vor dem Ritt ausreichend trainiert habe, dann dürfte sich auch der eigene Muskelkater in Grenzen halten.

Ganz wichtig für das gute Gelingen eines Mehrtagesrittes ist jedoch die Gruppenfähigkeit der Reiter.
Jeder Mitreiter sollte in der Lage sein, seine eigenen Interessen denen der Gruppe unterzuordnen. Anpassung und Teamgeist sind nicht nur beim Ritt sondern auch im Quartier gefragt. Ansonsten ist schlechte Laune vorprogrammiert. Ich denke, für ein tolles Reitwochenende an das man gerne zurückdenkt, kann man ruhig auch mal fünfe gerade sein lassen.

Was geschieht im Quartier ?

In der Rittbeschreibung seht Ihr, ob die Pferde in Paddocks oder Boxen untergebracht sind und ob eigenes Material für den Zaunaufbau mitgebracht werden muss. Ebenso, ob Heu und Kraftfutter vorhanden ist.

Dass man sein Pferd selbständig alleine versorgt, sollte wohl jedem klar sein. Gefüttert wird nach Absprache zusammen, damit unter den Pferden keine Hektik entsteht. Fürs Schleppen von frischem Wasser oder Heu ist natürlich auch jeder Reiter verantwortlich und nicht der Rittführer. Jedoch bricht sicherlich keinem eine Zacke aus der Krone, auch dem Nachbarpferd etwas abzugeben, wenn es nötig sein sollte. Im Normalfall erlebt man sehr viel Zusammenhalt bei den Reitern und das macht Lust auf weitere Ritte.

Geschlafen wird in der Regel in Zwei- oder Mehrbettzimmern. Ob man Bettwäsche oder Schlafsäcke mitbringen muss, hängt von den einzelnen Quartieren ab. Die meisten mittlerweile in der VFD angebotenen Ritte sind Rundritte oder bei unterschiedlichen Quartieren ist ein Trossfahrzeug vorhanden. So braucht man das Pferd nicht mit unnötigem Gepäck zu belasten und muss nur wenige Dinge wie Regenzeug, Decke, Halfter und Nervennahrung am Pferd mitführen.

Für unterwegs empfiehlt es sich IMMER, eine Notfallration in den Satteltaschen mitzunehmen. Für Müsliriegel oder Traubenzucker und eine kleine Flasche Wasser sollte immer Platz sein. Hungrig wird auch der geduldigste Mitreiter zum Tyrannen.

Zur Rittführung möchte ich auch noch etwas schreiben:

Die Rittführer bei der VFD machen dies ehrenamtlich ohne finanzielle Gegenleistung. Sie zahlen die gleichen Rittkosten wie jeder andere Mitreiter auch. Verdienen sich also weder eine goldene Nase noch bekommen sie Provision von Quartieren/Gaststätten. Im Vorfeld haben sie schon einige Vorritte, Telefonate und Besichtigungen geleistet, damit der Ritt auch möglichst reibungslos verläuft.

Der Lohn besteht für den Rittführer aus dem Lob und dem Spaß, den die Reiter einem entgegen bringen. Daher könnt Ihr Euch auch sicherlich vorstellen, wie frustrierend es ist, wenn Unmut in der Gruppe entsteht. Oftmals sind Wege nicht so passierbar wie sie es beim Vorritt waren, ein Quartier kann ein komplett anderes Gesicht als bei der Besichtigung zeigen oder ein Pferd/Reiter passt nicht in die restliche Gruppe. Jeder Rittführer wird es Euch danken, wenn Ihr auch solche Situationen ohne Nörgelei bewältigt.

Ausnahmen bestätigen immer mal die Regel. Davon möchte ich mich auch nicht freisprechen. Das gilt für alle Punkte, die ich aufgeführt habe. Für diese Ausnahme gibt es aber ein Wort, dass man einfach nur benutzen sollte und dass so manche Situation entschärft: Entschuldigung !!!

Fazit:

Ihr seht: Nichts ist unmöglich. Auch nicht die erste Teilnahme bei einem VFD-Wanderritt.

Die VFD bietet einige Lehrgänge zum Gelände- und Wanderreiter an. Diese sind nicht Voraussetzung, um an einem Wanderritt teilzunehmen. Auch wenn man vielleicht schon ein sicherer Reiter ist: Man lernt immer etwas dazu!!!

Wer sich in die Gruppe integriert und nicht durch Extrawünsche aus dem Rahmen fällt, wird ein super tolles Reiterlebnis haben und mit offenen Armen beim nächsten Ritt erwartet werden. Man lernt nette Leute kennen, eine oft atemberaubende Landschaft und ich finde, so ein Wanderritt schweißt auch Pferd und Reiter immer mehr zusammen.

Ich hoffe, dass ich einige Fragen beantwortet habe und Ihr vielleicht Lust bekommen habt, mal an einem Wanderritt bei uns teilzunehmen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die Veranstaltungen im kommenden Jahr.

Wenn Ihr wissen möchtet, was alles ins Gepäck beim Wanderreiten gehört, dann könnt Ihr in der Regel immer Euren Rittführer fragen. Im Allgemeinen hat jeder seine eigene individuelle Liste zum Gepäck und wird diese Neueinsteigern sicherlich gerne zur Verfügung stellen ODER Ihr müßt meine Fortsetzung im VFD-Veranstalter-Heft im nächsten Jahr lesen..........................

Karin Wedig


 

   
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