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Das ist der Müh(l)e wert

Details

 

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Euer Vorstandsteam als Quartiertester unterwegs, diesmal zur Niederzerfer Mühle

Geschrieben von Daggi

Es war nicht einfach gewesen, einen gemeinsamen Termin für den Vorstandsritt zu finden. Und während in anderen Jahren ein goldener Oktober zu ausgedehnten Ritten einlädt, musste man sich im letzten Jahr schon fast überwinden, um in den Sattel zu steigen und sich auf eine längere Tour zu begeben. Doch trotz des erwarteten Regenwetters hielten wir an unserem Plan fest, von Hausbach (Losheim am See) nach Zerf zur Niederzerfer Mühle zu reiten. Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung. Unsere Saskia hatte sich entschieden, mit ihrem Mann Adrian den Tross zu stellen. Das war ein großes Glück für uns. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die zwei!

 

Großzügiger weise gestatteten wir Jürgen und Volker, uns beim Ritt zu begleiten. Der eine durfte uns führen, der andere durfte uns fotografieren. So hatte alles seine Ordnung.

Unser Ziel, die Mühle in Zerf, liegt an einem Mühlgraben der Ruwer. Sie wurde um 1820 erbaut.

Im September 2009 erwirbt Wolfgang Pester sie mitsamt dem umliegenden Land. Das Wohnhaus wird renoviert. Es entsteht ein Zentrum für die „Christlichen Pfadfinder Saar“ mit einem großen Saal zum Feiern und mit vielen Übernachtungsmöglichkeiten.
Auch können sich später verschiedene Gruppen hier einmieten, um Seminare zu veranstalten oder um ihre Freizeit zu gestalten.
Die Wiesen der Mühle können für große Lager angemietet werden oder aber sie können genutzt werden, um Pferde unterzubringen.

Schon bei der Ankunft packte mich die Begeisterung! Die Mühle wirkte auf mich hell und einladend. Balkone hängen wie Nester an den Mauern, es gibt zahlreiche kleine Fenster und einen schönen Erker. An der hinteren Hauswand und dem Giebel ziehen sich über alle Etagen Holzterrassen hin, die durch Stiegen miteinander verbunden sind. Der Hof ist gepflastert und sauber und bietet viele Sitzgelegenheiten, teilweise auch überdacht. Einige originelle Arrangements auf dem Hof und an den Nebengebäuden mit allen möglichen und unmöglichen Dingen, wie zum Beispiel den alten verwitterten Mühlrädern oder einem alten Fahrrad, verblüfften und amüsierten mich zugleich.

Die Wiese um die Mühle ist wirklich riesig. So konnten unsere Trossfahrer die Paddoks sehr großzügig bemessen. Heu und Wasser gibt es ein paar Meter weiter, im Stall von Frieda und Louis. Die zwei freundlichen Comtois-Kaltblutpferde sind bei den Jugendlagern für das Ziehen des Planwagens zuständig, der übrigens ganz friedlich zusammen mit einem IHC-Traktor in der Scheune steht. Das Wildschwein Rosa war weniger von uns begeistert. Sie ist nach Aussage des Hr. Pester ein wenig introvertiert und mag keinen großen Rummel. Unsere Ausrüstung, insbesondere die Sättel, fanden einen sicheren und trockenen Platz in einer geräumigen Grillhütte. Wir betrachteten ehrfürchtig den Riesengrill, der in der Mitte über unseren Köpfen zur Decke hochgezogen worden war. Ich konnte die Schwenker und Würstchen förmlich riechen, wie sie bei gutem Wetter darauf brutzelten.

Nachdem wir die Pferde versorgt hatten, machten wir uns auf, um das Haus in Augenschein zu nehmen. Ich stellte, wie die anderen, brav meine Schuhe in den Eingangsbereich. Ungeduldig trat ich durch die erste Tür. Überrascht blieb ich stehen. Das Erdgeschoss wurde dominiert durch einen riesigen Rittersaal! Damit hatte ich in einer Mühle nicht unbedingt gerechnet. Staunend sahen wir uns darin um und beschlossen, hier auf jeden Fall schon mal die Getränke abzustellen. Doch lange konnten wir uns jetzt dort nicht aufhalten, denn schließlich mussten wir uns noch um die besten Zimmer streiten. Erwartungsvoll liefen wir die erste enge Holzstiege hinauf. Im zweiten Stock fanden wir einen weiteren Saal vor, genauso gemütlich wie der darunter. Dieser war zwar ohne Ritter, dafür aber mit Beamer und Leinwand ausgestattet. Von dort schwärmten wir aus in ein Labyrinth von Zimmern, Fluren und Treppen. Dabei hatten wir einen Riesenspaß! Zeitweise verloren wir uns aus den Augen, trafen lachend wieder aufeinander, um dann sofort erneut auseinander zu stieben. Jeder Winkel des Hauses wurde genauestens inspiziert und die vielen, vielen liebevoll restaurierten Überbleibsel der Mühle wurden gebührend bewundert. In der Küche zum Beispiel standen wir etwas verdutzt vor dem alten Mühlrad, während wir in einem der oberen Zimmern interessiert das alte Becherrad betrachteten, das dort in neuer Pracht erstrahlt. Aus allen Ecken und Enden hörte man aufgeregte “Aaaaahs“ und „Ooooohhhhs“ und „Guck mol!“. Die schmucken, kleinen Zimmer waren vollgestopft mit wunderschönen, antiken Möbeln. In dieser Mühle fühlt man sich wie in einem kleinen hübschen Museum, kombiniert mit den Annehmlichkeiten unseres modernen Lebens. Zu unserer Freude stehen den Gästen nämlich in allen Stockwerken genügend Bäder zur Verfügung, was mich persönlich schon mal ungemein beruhigte. Christiane hatte den Fehler begangen, mir die Kamera zu überlassen und so bewaffnet, kämpfte ich mich über alle Stiegen und Räume bis ganz nach oben. Ich machte zirka eine Million Bilder von all den schönen Sachen, von denen das Haus überquillt. Unter dem Dach traf ich auf Andrea und Volker. Sie bezogen gerade das „Pimpfennest“. Ob die zwei das Zimmer wegen der Romantik ausgesucht hatten oder einfach nur als letztes ins Haus gekommen waren, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war die Aussicht von hier oben einfach grandios! Wir traten auf die Veranda und schauten eine Zeitlang einträchtig über die grünen Wiesen mit dem hübschen Bachlauf bis hinüber zum dunklen Hochwald. Ich schoss noch einige Fotos vom Tal mit unseren Pferden, winzig klein und ganz weit unten, von der Ruwer, vom Hochwald, von Andrea und Volker. Dann machte ich mich weiter knipsend über die Außentreppe auf den Weg nach unten Richtung Erde. Unterwegs erkundete ich alle Terrassen, die auf meinem Weg lagen. Auf einer davon entdeckte ich noch ein Riesen-Fass mit Sauna. Von dort winkte ich unseren Pferden, die, nun ein Stück näher und wieder etwas größer geworden, friedlich unter mir ihr Futter mampften und sich durch den Tumult nicht stören ließen. Ich dachte kurz darüber nach, dass die Menschen früher in der Mühle bestimmt hart hatten arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber auf die Kinder und Jugendlichen, die in unserer Zeit hier ihre Ferien verbringen dürfen, war ich ein wenig neidisch. An diesem Ort würde ich es auch aushalten können, solange jede Woche eine Putzfrau käme.

Im Rittersaal traf ich wieder auf meine Kameraden. Wir setzten uns an die riesige Holztafel vor dem gemütlichen Kamin mit dem Ritter und zündeten die Kerzen an. Dort stießen wir an auf meine bestandene Wanderreiter-Prüfung und ich zeigte jedem stolz meinen funkelnagelneuen, noch sauberen und überhaupt nicht zerknautschten Reiter-Ausweis. Ich schaffte es gerade noch, ein paar Schnappschüsse zu machen, da konfiszierte Christiane schon die Kamera, bevor jemand zu Schaden kam. Ach, das Leben kann so großartig sein! Nun gab es noch einen Toast auf den Tross und danach noch einen auf diesen gelungenen Ritt. Es folgte noch einer darauf, dass es nicht geregnet hatte. Und natürlich folgte noch einer auf dieses tolle Quartier! Dann war der Alkohol all und Adrian musste los, um neuen zu besorgen. Unsere Stimmung war prima und die Überlegung, uns Pizza in den Rittersaal zu bestellen, verwarfen wir zugunsten eines Spazierganges zu einem wunderschönen Lokal in Zerf. Die Karte im Landgasthaus „Zur Winzerpost“ ist etwas Besonderes und das Essen schmeckt ganz hervorragend. Der Service und das Ambiente waren so angenehm, dass wir bis spät in den Abend dort sitzen blieben. Ausklingen ließen wir den Tag dann schließlich beim gemütlichen Zusammensein in der Mühle mit dem Rest unserer Getränke und feinen Knabbereien.

Ich selbst schlief in dieser Nacht sehr gut in dem lauschigen Stübchen und war vor dem Wecker wach. Andrea und ich fütterten alle Pferde, auch sie hatten die Nacht offensichtlich gut überstanden. Nach und nach versammelten wir uns im Frühstücksraum und griffen zu an dem großzügigen Buffet, das „Wolle“ Pester für uns hergerichtet hatte. Satt und mit Lunchpaketen ausgestattet machten wir uns und die Pferde bereit für den Heimweg. Nach diesem wunderschönen Aufenthalt nahmen wir in bester Stimmung Abschied von der Mühle und ihren Bewohnern.

Die Niederzerfer Mühle ist als Quartier, sei es mit oder ohne Pferd, sehr zu empfehlen. Weitere Fotos und viele detailreiche Informationen über die Geschichte der Mühle, die Räumlichkeiten und die Veranstaltungsmöglichkeiten dort, findet ihr im Netz unter www.niederzerfermuehle.de . Wir gratulieren Herrn Wolfgang Pester und seiner Crew zu diesem wundervoll restaurierten Haus. Diese Müh(l)e hat sich echt gelohnt!

 

   
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