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Gelb - Jakobskreuzkraut

Details

bericht_gelb_2.jpgFrüher war alles anders. Blumen waren schön, vor allem die mit den kleinen, unscheinbaren Blüten. So bescheiden. So anspruchslos. Und viele sind so „dankbar“, wie meine Oma sagt. Sie kommen jedes Jahr wieder und blühen in immer schönerer Pracht. Vor allem die gelben. Meine Nachbarn finden das immer noch. Ich nicht. Ich habe Pferde. Und ich habe Weiden. Und mein Heubauer hat Heuwiesen. Und da wächst er, der neue Feind: Das Jakobskreuzkraut. Ich lese fleißig die gängigen Pferdezeitschriften und bin informiert. Deshalb gehe ich auch jeden Sommer über die Wiesen und rupfe die gelben Stängel mit Wurzel aus. Ja, es ist lästig und das Genick tut weh vom ständigen Zerren. Aber mal ehrlich: Es hat auch was Befreiendes. Ich war schon seit Monaten nicht mehr bei meinem Therapeuten. Aggression? Feindbilder? Aufgestauter Ärger? Rupfe ich alles raus, je dicker die Staude, umso besser. Und dann ab ins Feuer. Brenne, Du böser gelber Feind. Besser kann man seinen Zivilisationsstress nicht loswerden.

Manchmal versuche ich es auch im Guten. „He, Kreuzkraut“, sage ich, „ bleib doch so wie früher – bescheiden mal hier und da an den Wegesrändern, dann kommen wir gut aneinander vorbei“. Aber es ist unbelehrbar. Neulich hat sich wieder eine frech vor unserer Terrasse angesiedelt. Sie müsste es doch besser wissen. Also gut, keine Gnade für meine gelben Feinde. Ich schleiche nachts durch den Ort und befreie heimlich Vorgärten von der gelben Invasion. Manche Stängel haben sich das Vertrauen des Hausbesitzers erschlichen und sind sogar liebevoll mit Ziersteinen umgeben. Ich trage meinen schwarzen Tarnanzug. Die Blüten nehme ich mit, die heraus gerupften Stängel lasse ich liegen – als Warnung.

Meine Ausritte haben sich verändert. Vorbei die Zeiten, als ich im flotten Trab den Wiesenweg entlang bretterte. Kaum habe ich Gas gegeben, da sind sie schon, die gelbe Stauden. Meine Seh-Rezeptoren erfassen jede Blüte, jedes Blatt, da muss ich mich gar nicht anstrengen. Mein Pferd hält schon von selbst an. Abspringen, auf die Stängel stürzen und rausreißen ist eine fließende Bewegung. Der Erfolg des Ausrittes bemisst sich nach der Dicke der Packtaschen. Und dann, ab ins Feuer….

bericht_gelb.jpgHaben Sie neulich den Stau auf der A6 mitbekommen? Da blühten sie, die gelben Dinger, direkt neben dem Standstreifen. Haben wohl gedacht, hier seien sie sicher vor mir. Kompromissloses Bremsen, zurücksetzen und raus aus dem Auto. Der nachfolgende Verkehr war wohl noch nicht ganz so für dieses Thema sensibilisiert und staute sich mit Blechkontakt aufeinander. Aber es gab auch spontane Sympathisanten. Sprangen aus ihrem zerbeulten Auto mit Pferdeaufkleber und rupften mit.

Ich bin schon seit Monaten nicht weiter als drei Kilometer vom Haus weggekommen. Der Feind ist überall. Jetzt war ich doch noch mal beim Therapeuten. Der guckte mich an und meinte ich sähe gestresst aus. Vielleicht würde etwas Gartenarbeit helfen….

Ria Reiter

   
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