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Satteltest 2004

Details

Zum Thema  SÄTTEL

 

Entwicklung eines Prototyps - Entstehung eines Wanderreitsattels in Zusammenarbeit der VFD mit der Firma  CONTINENTAL

equiflex_enduranceBereits im Vorjahr hatten wir den Continental Endurance Equiflex zum Test. Dieser Sattel bot schon eine gute Basis für Wanderreiter – aber es fielen uns einige Dinge auf, die noch verbessert werden könnten. Es galt, einen richtigen Wanderreitsattel für lange Ritte mit Gepäck zu entwickeln. So nahmen wir dann im Frühling eine Einladung zum Sattelseminar in der Sattlerei Joachim und Drinsinger gerne an. Dort konnten wir in Ruhe mit den Sattlern unsere Vorstellungen und Wünsche besprechen und fanden offene Ohren.  Ab Ende August bekamen wir einen weiterentwickelten Continental Equiflex Endurance zur Verfügung gestellt. Ziel ist, hieraus einen wirklich praxisgerechten Wanderreitsattel zu entwickeln.

Zunächst ging es erst einmal darum zu sehen, ob Passform und Grundtyp des Sattels Pferd und Reiter zusagt. Der Continental Equiflex Endurance ähnelt von seinem Aufbau dem Westernsattel, jedoch ohne Horn. Anstelle der massiven Fork hat er einen schmalen, leichten Bügel, auf dem man während des Reitens bequem die Hände auflegen kann. Das Cantle ist ein wenig hochgezogen und gibt beim Bergaufreiten guten Halt nach hinten. Die Bügelaufhängung ist in einer angenehmen Position, so dass ein korrekter Dressursitz leicht fällt. Auch beim nagelneuen Modell hatten wir von Beginn an ein gutes Sitzgefühl mit gutem Kontakt zum Pferd. Der Sattel eignet sich auch gut für einen Galopp im leichten Sitz. Springbegeisterte Reiter und Freunde des flotten Rittes in unebenem Gelände würden sich evtl. über kleine Oberschenkelpauschen freuen. Passende Fender und breite, sehr bequeme Westersteigbügel wurden mitgeliefert. Der Sattel ist aus sehr stabil und sorgfältig verarbeitet. Wir haben ihn zwar sorgsam behandelt, aber während des Einsatzes nicht geschont. Regengüsse, Heckendurchbrüche und Wasserdurchquerungen hat er tadellos überstanden. Kleine Kratzer kann man leicht mit einem Tuch herauspolieren.

Das Vorderzeug kann an stabilen Metallringen in guter Position befestigt werden. Zum Befestigen des Gepäcks sind zur Zeit vorne vier Metallringe am Vorderzwiesel eingelassen. Hinten sind stabile Lederbänder am Sattel eingearbeitet, mit denen man eine Decke, Jacke oder eine Mantelrolle gut befestigen kann. Für „richtiges Gepäck“, also Satteltaschen sollten hier ebenfalls Metallringe eingelassen werden. Die Skirts sind genügend lang, um Gepäck aufzunehmen und leicht nach oben gezogen, so dass sie nicht auf den Rücken drücken. Insbesondere der Wirbelsäulenkanal liegt angenehm frei. Bemerkenswert ist die Gurtung. Diese ist deutlich tiefer geführt als beim Westersattel und ca. 5 cm weiter nach hinten gelegt. Somit hat das Wanderreitpferd ausreichen Ellebogenfreiheit und der Sattel liegt gut im Schwerpunkt. Trotzdem wäre eine Möglichkeit die Gurtung variabel nach vorne oder hinten verstellen zu können eine gute Weiterentwicklung. So könnte bei eventuell auftretenden Drücken oder Scheuerstellen während eines Wanderrittes der Gurt an einer anderen Stelle positioniert werden.

Besonderheit des Continental Equiflex ist sein flexibler Sattelbaum aus elastomerem Kunststoff. Dadurch sind die Bars anpassungsfähig und bieten dem Pferd mehr Bewegungsfreiheit. Fork und Cantle bestehen aus Holz (Prohide überzogen) und sichern damit die Stabilität der Winkelung und den Abstand der Bars. Flexibilität bietet der Equiflex also nur da, wo sie auch Pferd und Reiter Vorteile bringt.

Der Sattel  (Passform Semi-Quarter, Sitzgröße 15,5“) kam bei vier Pferden zum Einsatz:

 

  1. Connemara, Stckm. 1,48
  2. Connemara, Stckm. 1,52
  3. Halblut, Stckm. 1,65
  4. Connemara, Stckm. 1,54

 

Alle vier Pferde liefen von Anfang an zufrieden und locker mit dem Sattel. Eine besonders freudige Überraschung war, dass selbst unser großer Connemara Eclipse, der einen sehr sensiblen Rücken hat, sehr gut mit dem Sattel zurecht kam. Für ihn war der Testsattel dann auch in den kommenden Wochen reserviert. Der Sattel kam fast täglich auf Eclipse zum Einsatz, sowohl beim Dressurreiten als auch bei langen Tagesritten mit Reitzeiten bis zu 8 Stunden. Der Sattel überzeugte schließlich soweit, dass wir beschlossen ihn auf Eclipse für die TREC-Weltmeisterschaft einzusetzen. Für den Parcours mit Geländesprüngen bis zu einer Höhe von 1,40 banden wir als „Pauschen“ eine fest zusammen gewickelte Decke an den Vorderzwiesel, die bis zu den Gurtstrippen reichte. So hatte das Reiterbein auch beim Tiefsprung genügend Halt. Während des drei Tage dauernden Wettkampfes mit Reitzeiten bis zu 9 Stunden wurde Eclipse von den Tierärzten ohne Beanstandung ein guter Rücken bescheinigt.

Die Wanderreitsaison geht nun dem Ende zu. Wir werden unsere Erfahrungen und Vorschlägen mit der Firma Joachim und Drinsinger besprechen und in der nächsten Saison den überarbeiteten Sattel auf Herz und Nieren testen. Das Ergebnis könnt ihr dann lesen.   Weitere Infos unter www.continental-online.de (Michaela Kondr/ Christiane Claus)

Wanderreitsattel „Massimo“ der Firma Zeitler 

wanderreitsattel_massimo Sehr kooperativ und aufgeschlossen zeigte sich die Firma „Zeitler“, die den Wanderreitsattel Massimo zum Test zur Verfügung stellte. Unproblematisch wurde ein erster Testsattel per Rücksendekarte an die Firma zurückgegeben und ein passender Sattel für das Testpferd im zweiten Anlauf  gefunden. Der Massimo  wird in den Kammerweiten 27 - 42 (auf Wunsch auch größer) und in den  Sitzgröße 17.5" und 18.5" ab Lager angeboten, andere Sitzgrößen müssen bestellt werden. Er zeichnet sich durch einen sehr tiefen, weichen Sitz aus und hat große Kniepauschen sowie einen extra breiten Kissenkanal, der die Wirbelsäule entlastet. Die  Auflageflächen sind größer als bei normalen Vielseitigkeitssätteln um  den Druck besser zu verteilen und ein weit zurückgeschnittener Vorderzwiesel sorgt für mehr Widerristfreiheit. Auf den  Holzstahlfederbaum gewährt die Firma 3 Jahre Garantie. Die Kissen sind mit Wolle gefüllt und werden von Hand gestopft.

Während der Testphase wurde der Sattel auf mehreren Wanderritten sowie auf einem Distanzritt über 70 km geritten. Der Massimo wurde auf mehreren Pferden getestet, alle liefen gelöst und entspannt mit dem Sattel. Anfänglich hatten verschiedene Testreiter Probleme mit einer doppelt aufgenähten Stelle des Sitzes, die genau dort liegt, wo die Schnalle der Steigbügelriemen sitzt. Das Problem lies sich ganz einfach lösen indem wir die Steigbügelriemen verkehrt herum eingeschnallt haben. Die Schnalle liegt nun unten am Fuß und damit war die kleine Druckstelle unter dem Oberschenkel behoben. Für diesen Zweck bietet die Firma Zeitler jetzt extra softe Steigbügelriemen an, die der Reiter nicht spüren wird, da sie ganz flach und dennoch stark sind. Durch den tiefen weich gepolsterten  Sitz ist der Sattel auch auf längeren Strecken sehr bequem. Er besitzt Vorgurtstrupfen, die wir allerdings nicht benutzten, der Sattel wird mit normalem Gurt geritten. Da wir immer im Gelände reiten, war der Sattel oft verschmutzt und vor allem bei Regenwetter mit Dreck verspritzt. Mittels der beiden mitgelieferten Pflegemittel Saddler’s war das schwarze Leder innerhalb weniger Minuten wieder topp in Form und nach viermonatigem Dauertest sind nur normale Gebrauchsspuren vorhanden.

 

Der Massimo eignet sich nach unserer Meinung für Geländeritte (auch für sportliche Ritte mit Geländesprüngen) und für Wanderritte mit kleinem Gepäck. Hierfür sind an der Rückseite des Sitzes fünf Gepäckringe angebracht. Unsere Frage, ob der Massimo auch als Trachtensattel erhältlich sei,  wurde verneint. Das widerspreche der Firmenphilosophie, die einen wesentlichen Vorteil für den Pferderücken sieht bei Sätteln ohne Trachten. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei 1.050,00 Euro. Sonderanfertigungen werden von Zeitler ohne Aufpreis und nach Absprache mit dem Händler durchgeführt. Weitere Informationen sind unter www.massimo-der-sattel.de erhältlich. (Christiane Claus)

Trekker „Talent“  – der baumlose Sattel

trekker_talent Baumlose Sättel – das liegt im Trend  - und immer häufiger tauchen bei unseren Veranstaltungen baumlose Sättel auf. Das wollten wir genauer wissen und schrieben verschiedene Firmen für einen Testsattel an. Die Firma  ??? stellte uns daraufhin einen Trekker Talent zur Verfügung, der während eines Zeitraumes von fast 5 Monaten von 10 verschiedenen Reitern auf den unterschiedlichsten Pferden geritten wurde. Um es gleich vorweg zu sagen: auf eines der Testpferde passte der Sattel nicht. Er lag am Widerrist auf und das ließ sich auch mit verschiedenen Sattelunterlagen nicht deutlich verbessern. Es handelt sich hierbei um einen Traber mit einem sehr hohen Widerrist.  Ansonsten wurde der Sattel auf Warmblüter, Haflinger, Fjord, Connemara  usw. geritten. Die Pferde liefen  entspannt unter dem Sattel und fühlten sich offenbar sehr wohl. Zwei der Testreiter gaben den Sattel nach kurzer Zeit wieder zurück, weil sie die Sitzfläche als zu breit empfanden. Die anderen Testreiter fühlten sich von Anfang an sehr wohl im Sattel, der ein Sitzgefühl “wie auf dem Sofa“  vermittelt.  Auch auf längeren Strecken war der Sattel für diese Reiter super bequem. Vorder- und Hinterzwiesel lassen sich per Reisverschluss öffnen und sind mit einem festen Glasfasermaterial gefüllt  wodurch die Sitzposition auf dem Sattel stabil wird. Von der Optik gleicht der Sattel anderen bereits seit längerem auf dem Markt befindlichen baumlosen Sätteln. Unser Testsattel wurde in schwarzem Leder geliefert, das sich bei Verschmutzung ganz leicht mit einem Schwamm reinigen ließ.  Der Sattel wird mit Kurzgurt geritten, einige Reiter bemängelten, dass er daher vom Pferd aus schlecht nachzugurten  sei. Andere Reiter fanden die  Kurzgurtung optimal, da die Schnallen nicht unter dem Bein zu liegen kommen, also dort auch keine Reibung entsteht. Unser Sattel wurde mit kleinen Fendern und Westernsteigbügeln geliefert, er kann aber auch mit schmalen Bügelriemen und normalen Steigbügeln geritten werden. Hier ist man also flexibel. Entscheidet man sich für die Variante mit den Fendern so ist es eine Überlegung wert, ob man sich statt der Westernsteigbügel, die für große Wanderschuhe oft zu eng sind, nicht gleich für die Spezialsteigbügel mit sehr breiter Auflagefläche entscheidet, die diese Firma ebenfalls anbietet (Preis 55,00 Euro). Am Sattel sind Ösen für Vorderzeug bzw. für einen Schweifriemen angebracht. Die Unterseite des Sattels ist durchgehend mit Codelfell abgepolstert, das sich gut reinigen lässt. Empfohlen wird die Benutzung einer Spezial-Satteldecke, die mit Klettervschlüssen optimal am Sattel befestigt werden kann. Die meisten Testreiter haben aber ein ganz normales Westernpad unter dem Sattel verwendet. Als Zubehör wird auch eine kleine Bananentasche angeboten. Schade, dass die daran befindlichen Ösen und Schlaufen nicht zu den am Sattel befindlichen passen. Man muss also mit zusätzlichen Riemchen oder Schnüren befestigen. Das Gewicht des Sattels liegt bei ca. 3,5 kg, also ein absolutes Leichtgewicht. Eine Testreiterin hatte bei einem Sternritt einen kleinen Unfall mit ihrem Pferd, wobei der Sattel in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Sattelreparatur konnte ganz problemlos von einem Sattler durchgeführt werden und der Sattel war danach wieder voll funktionstüchtig.

Insgesamt ein Sattel für Bahn- und Geländereiter, die einen weichen Sitz lieben und nur mit kleinem Gepäck auf Tour gehen. Er passt auf viele unterschiedliche Pferde und bietet sich daher auch für Reiter an, die mehrere Pferde mit dem gleichen Sattel reiten wollen. Der Verkaufspreis liegt bei 399,00 Euro. Weitere Infos sind erhältlich unter: www.baumloser-sattel.de (Christiane Claus)

 

Fazit: neue Sättel gibt es wie Sand am Meer auf dem Markt. Gott sei Dank, denn die Verwendungswünsche und die Optik, die der Sattel haben soll, sind bei den Gelände- und Wanderreitern sehr unterschiedlich. Die einen wollen mit viel Gepäck  ganz unabhängig von Quartieren  auf Tour gehen, die anderen reiten nur kleine Strecken und lassen das Gepäck transportieren. Wieder andere reiten nur kurz vor der eigenen Haustür, da das Pferd noch zu jung oder schon zu alt ist.........Die Palette der Möglichkeiten ist bunt und daher kann ich auch an dieser Stelle keine individuellen Empfehlungen geben.

Wenn Sie oder Ihre Firma einen Sattel im Programm haben, der für Gelände- und Wanderreiter interessant ist, dann stehen wir gerne für einen Test zur Verfügung.

   
© VFD-Landesverband Saar