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Reiten und Schlemmen, diesmal bei Wölfen und Burggespenstern

Details
  • Tischlein_deck_dich

Tagesritt von Merzig zur Burg Montclair

Hier stelle ich euch wieder eine schöne Strecke für einen Tagesritt vor, die es lohnt, nachgeritten zu werden. Heute hat es uns nach Merzig getrieben.

Wölfe, nicht nur in Märchen präsent sondern direkt an unserem Startplatz

Wölfe: stark und majestätisch bewegen sie sich. Ihre Beute waren früher vor allem große Huftiere, doch unsere Pferde sind überhaupt nicht beeindruckt von ihrer „Majestät“.

Hauptrollen in vielen Märchen und Mythen haben sie bekannt gemacht. Aber wer hat je einen lebenden Wolf gesehen? Wir, nämlich am Startpunkt für unseren Ritt, denn wir parken unser Gespann am Wolfsparkes in Merzig direkt am Waldesrand. Es ist Herbst und die Gipfel der großen Eichen und Buchen wiegen im Wind dieses schönen klaren Spätherbsttages. Nördlich bergan führt die Strecke, die Pferde würden gerne traben, aber zuerst steht Aufwärmen und Lockern im Schritt auf dem Programm. Rechts und links gehen schöne Waldwege ab, doch wir reiten weiter in nördlicher Richtung, denn wir wollen zur Biereiche, die auf der Karte als Naturdenkmal markiert ist. Doch dann sind wir erstaunt und enttäuscht, denn von der ehemals stattlichen, fast 300 Jahre alten Eiche ist nur noch ein Stamm mit vereinzelten Ästen übrig geblieben. Enttäuscht reiten wir ein paar Meter zurück und dann in westlicher Richtung durch den weit ausschweifenden Merziger Kammerforst. Entlang der Höhenlinien traben wir die kurvenreiche Strecke auf schönem, pferdegerechtem Geläuft bis zum nächsten Hauptweg. Den dunklen Tannenwald haben wir längst hinter uns gelassen. Jede leichte Brise treibt die bunten Blätter von den Bäumen.

 

Entlang des Waldrandes reitend erreichen wir die B 51 und folgen dieser einige Schritte am Straßenrand. Dann biegen wir in Richtung Westen ab und reiten nur noch wenige Meter auf dem Asphalt bis rechts am zweiten Kreuz ein Waldweg ab geht. Der Kreuzweg gehört zum ehemaligen Kloster St. Gangolf, das auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken kann. Um 1900 erbaut, wurde es nur bis 1914 von Kapuzinermönchen genutzt, dann bot es von 1914 bis 1918 den Militärkräften des ersten Weltkrieges Unterkunft. Im zweiten Weltkrieg war es Krankenstation der Firma Villeroy Boch und ab 1944 erneut Militärunterkunft. 1971 wurde das Kloster aufgelöst und von der Familie von Boch samt den Ländereien aufgekaut und bis auf wenige Trakte abgerissen. Die Kirche ging an die Pfarrei Besseringen, wurde renoviert und ist bis heute beliebte Hochzeitskirche. Weiter bergab in Richtung Saar liegt das Hofgut St. Gangolf mit angegliederter Reitanlage.

Je weiter wir dem Weg in westlicher Richtung folgen, umso mehr verschmälert sich der Bergkamm, an dessen Ausläufer sich die Spitze der Saarschleife befindet. Rechts und links neben uns fließt tief unten die Saar. Viele Touristen tummeln sich bei strahlend blauem Himmel auf dieser Strecke und so reiten wir hintereinander im Schritt. Riesige Farnbüsche säumen den Weg und an den Ginsterbüschen recken die letzten gelben Blüten ihre Köpfe gen Sonne. Dann sehen wir vor uns die „Wächterin der Saarschleife“, die Ruine der Burg Montclair. Strategisch günstig auf dem schmalen Bergrücken und von der Saarschleife her kaum einnehmbar, wurde die Burg auf steil abfallenden Felsformationen erbaut und schon von den Kelten als Fliehburg genutzt. Später entstand hier eine der größten und mächtigsten Burgen, deren Name „Montclair“ erstmals 1190 urkundlich erwähnt wird. Aufgrund ihrer Lage war die Burg prädestiniert, Zölle zu erheben, vor allem von den Schiffen an der Saar wurde davon reichlich Gebrauch gemacht. So kamen die Burgherren zu Ruhm und Reichtum. Doch wie bei fast allen Burgen folgte dann Verfall und im ersten und zweiten Weltkrieg wurde die Burg stark zerbombt.

Ein Burggespenst treibt sein Unwesen

Fast vergessen erwachte sie im Jahr 1992/93 aus dem Dornröschenschlaf und wurde vom Landkreis Merzig restauriert. Von März bis Oktober treibt hier samstags um 15.00 Uhr ein Burggespenst sein Unwesen, erzählt gruselige Geschichten aus der Zeit der Ritter und deren kriegerischen Auseinandersetzungen. Dieses spannende Erlebnis ist nicht nur für Kinder geeignet, sondern fasziniert auch so manchen Erwachsenen. Wir spannen ein Hochseil zwischen den alten Buchen und binden die Pferde an, um bei einer kurzen Rast in der Turmstube einen kleinen Kaffeeplausch einzulegen. Im Sommer kann man auf der wunderschönen Burgterrasse im Freien verweilen und den Ausblick genießen. Die Speisekarte bietet Tagesgerichte und Snacks, wir entscheiden uns für Kaffee und Kuchen. Von der Turmstube aus können wir die Pferde beobachten, die in der Sonne dösen.

Dann machen wir uns auf den Rückweg, der zuerst auf der gleichen Trasse in süd-östlicher Richtung führt. Nach knapp einem Kilometer verlassen wir die Strecke und biegen an einer Wegegabelung links ab. Der ebene Weg lädt zum Traben ein, doch auch hierbei haben wir ein offenes Auge für die einmalig schöne Landschaft. Schroff und steil fällt neben uns das Gelände fast 100 Meter ab bis zur Saar. Unser Blick schweift über die Mettlacher Schleuse, eine der vielen Staustufen an der Saar, die überhaupt die Schifffahrt erst möglichen machen. Am Aussichtspunkt halten wir kurz an und blicken in nördlicher Richtung über die Ausläufer von Mettlach bis tief in den Hochwald. Weiter geht es im Trab bis kurz vor die Straßenüberquerung. Wir reiten an einem kleinen Industriegebiet entlang und erreichen nach wenigen Metern einen dunklen Tannenwald, in dem wir Richtung Osten reiten. Wir überqueren die Strecke vom Hinweg und finden eine schöne Naturstrecke, die durch lichten Laubwald führt. Licht und Schatten treiben auf dem Weg ein herbstliches Schattenspiel in goldenen Farben – ein echtes Indian-Summer-Erlebnis. Richtungswechsel nach Süden und schon sind wir wieder auf dem Weg zum Wolfsgehege. Dort läuft bei unserer Ankunft gerade eine Führung, der wir uns abwechselnd kurz anschließen. Hier erfährt man interessante Dinge rund ums Thema „Wolf“, so dass wir beschließen, im Sommer einmal ohne Pferd hier an einer Führung teilzunehmen. Jeden ersten Sonntag im Monat findet um 16.00 Uhr eine kostenlose Führung statt. Treffen ist am Gehege der weißen Wölfe.

Zum Abschluss kann man im Schützenhaus einkehren oder im Sommer beim Eismann einen Eisbecher kaufen. Der ist sonntags immer hier, aber wie gesagt nur im Sommer. Und bis dahin ist es ja leider noch lange hin.

Diese 18 km lange Strecke eignet sich für Rundritte auch in Herbst oder Winter, da die ausgesuchten Wege ganzjährig bereitbar sind und es keine großen Steigungen gibt, bei denen die Pferde ins Schwitzen kommen.

 

Christiane Claus

   
© VFD-Landesverband Saar